Urban Solutions Lab 2027

Ideen für die Stadt von morgen!

Städte stehen vor großen Herausforderungen – im Urban Solutions Lab wollen wir Lösungen entwickeln. Das innovative, Hackathon-ähnliche Format des Instituts Arbeit und Technik der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen bringt Studierende verschiedener Fachrichtungen aus unterschiedlichen Hochschulen zusammen (IT-Vorkenntnisse sind nicht notwendig), um gemeinsam die Stadt von morgen zu gestalten.

Dieses Jahr im Fokus:
Stadt Bochum

Am 22.01.2027 werden Akteur:innen aus Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft aktuelle „Challenges“ rund um die nachhaltige Stadtentwicklung präsentieren. Anschließend werden interdisziplinäre Teams aus Studierenden der Ruhrgebiets-Hochschulen innovative Lösungen in intensiver Zusammenarbeit am 22. und 23.01.2027 entwickeln und am 28.01.2027  auf einer öffentlichen Veranstaltung vor einer qualifizierten Jury vorstellen.

Wer macht mit?

Studierende der Ruhrgebiets-Universitäten (RUB, TU Dortmund, UWH) aus den Bereichen Geographie, Raumplanung, Regionalentwicklung, Sozialwissenschaften und Studium Fundamentale – mit Interesse an Nachhaltigkeit, Innovation und Stadtentwicklung. Voraussetzung ist die Teilnahme an einem der begleitenden Seminare der Universitäten. Du möchtest noch mitmachen, dann schreib uns einfach an: rabadjieva@iat.eu

Mehr als nur eine Ideenlabor!

Neben spannenden Challenges machen die Studierenden Erfahrungen bei der Entwicklung praxisrelevanter Lösungen, verbessern ihre Pitch-Skills und präsentieren ihre Ideen.

Challenges

Für die USL27 wurden folgende Challenges von Akteur:innen in Bochum formuliert

Challenge 1:
UniverCity im Haus des Wissens: Warum kommt man wieder?

© Stadt Bochum. Cross architecture. Foto: rendertaxi
Hintergrund: UniverCity Bochum ist der Verbund aus sechs Hochschulen, vier außeruniversitären Forschungseinrichtungen, sechs Fördermitgliedern und der Stadt Bochum. Gemeinsam mit der Stadtbücherei, der Volkshochschule und einer Markthalle ziehen wir in das Haus des Wissens ein, das derzeit mitten in der Bochumer Innenstadt gebaut wird. Auf rund 11.000 Quadratmetern und fünf Etagen entstehen ein großer, offener Lern- und Begegnungsraum (Open Space).

Das Haus des Wissens entsteht in der ehemaligen Hauptpost gegenüber dem Rathaus, am Rand der Fußgängerzone. Der historische Backsteinbau, der viele Jahre leer stand, wird um einen Neubau im früheren Innenhof erweitert. Auf rund 11.000 Quadratmetern und fünf Etagen entstehen ein großer, offener Lern- und Begegnungsraum (Open Space) mit rund 4.500 Quadratmetern, etwa 900 Quadratmeter Seminarflächen, Veranstaltungsbereiche, eine Lehrküche, eine Kinderbücherei mit Spielbereich, die rund 2.000 Quadratmeter große Markthalle im Erdgeschoss und ein öffentlich zugänglicher, terrassenartiger Dachpark. Das gesamte Haus wird barrierefrei. Die Baufertigstellung ist für Frühjahr 2028 geplant.

Das Haus des Wissens ist bewusst als „unfertiges Haus“ geplant. Seine Flächen sind sehr flexibel und lassen sich schnell umgestalten. Wo vormittags ein ruhiger Lese- und Arbeitsbereich ist, kann am Abend eine Bühne für eine Podiumsdiskussion entstehen. Ein Seminarraum wird für ein paar Wochen zur Ausstellungsfläche, eine offene Lernlandschaft zur Mitmachwerkstatt oder zum Ort für einen Science Slam. Entstehen soll ein offener Ort für Wissen, Bildung, Begegnung und Genuss mitten in der Stadt. Für UniverCity ist das Haus die Chance, die Bochumer Wissenschaft dorthin zu bringen, wo die Menschen ohnehin unterwegs sind. Hier können Forschende, Lehrende und Studierende mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen, gemeinsam Fragen stellen, Neues ausprobieren und erleben, wie viel Wissenschaft in dieser Stadt steckt.

Erste Erfahrungen damit gibt es bereits: Mit „Geistesblitz Bochum“ (https://geistesblitz-bochum.de/) hat UniverCity im September 2026 ein Wissensfestival rund um das Haus des Wissens in der Innenstadt veranstaltet. Es war die bisher größte Veranstaltung des Verbunds. Daran könnt ihr gern anknüpfen. Uns interessiert aber vor allem, was über einzelne Veranstaltungen hinaus dauerhaft trägt.

Für UniverCity bedeutet das: Wissenschaft muss sich in einem Haus behaupten, in das Menschen aus ganz unterschiedlichen Gründen kommen, um Bücher auszuleihen, einen Kurs zu besuchen, auf dem Markt einzukaufen oder einfach Zeit zu verbringen. Ein einmaliger Veranstaltungsabend reicht dafür nicht aus. Gefragt sind Angebote, die neugierig machen und zum Wiederkommen einladen.

Bitte berücksichtigt dabei die Lebensrealität eurer Zielgruppen: Wer zur Schule geht oder arbeitet, hat oft nur am späten Nachmittag, abends oder am Wochenende Zeit. Und weil das Haus allen offenstehen soll, sind niedrige Zugangshürden ausdrücklich gewünscht, sprachlich, finanziell und räumlich.

Fragestellung: Was muss UniverCity mit all seinen Mitgliedern (Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen) anbieten, damit Menschen ein erstes Mal ins Haus des Wissens kommen und dann immer wieder?

Aufgabe: Bitte versetzt euch in die Rolle von UniverCity und konzipiert Angebote, die im Haus des Wissens mit der Bochumer Wissenschaft (Hochschulen und Forschungseinrichtungen) ermöglicht werden sollten. Fokussiert euch in der Challenge auf folgende Zielgruppen:
  • Schülerinnen und Schüler ab Klasse 9, also die Phase, in der sich entscheidet, ob ein Studium überhaupt vorstellbar wird
  • Studierende im ersten Studienjahr, noch ohne Routinen in dieser Stadt
  • Erwachsene ohne eigene Hochschulerfahrung, für die Wissenschaft bisher etwas ist, das andere machen
Erwartetes Ergebnis: Erwartet wird ein Konzept aus Sicht von UniverCity. Entwickelt für jede der drei Zielgruppen mindestens ein konkretes Angebot im Haus des Wissens. Das kann zum Beispiel eine regelmäßige Veranstaltungsreihe sein, ein Mitmachformat, ein fester Treffpunkt im Haus oder eine Kooperation mit Schulen.

Für jedes Angebot sollte klar werden:

  1. Erster Besuch: Was bringt Menschen dieser Zielgruppe zum ersten Mal ins Haus des Wissens?
  2. Wiederkommen: Was sorgt dafür, dass sie wiederkommen und daraus eine Gewohnheit wird?
  3. Beteiligte: Welche Hochschulen und Forschungseinrichtungen machen bei dem jeweiligen Angebot konkret mit, und was bringen sie genau ein? Eine Übersicht aller Mitglieder findet ihr unter www.univercity-bochum.de.

Besonders interessiert uns, wie eure Angebote im Alltag des Hauses zusammenspielen. Zeigt deshalb gern in einem Wochen- und Jahresplan, wann welche Angebote stattfinden. Woran können sich die Menschen jede Woche orientieren? Welche Höhepunkte gibt es im Laufe des Jahres, etwa zum Semesterstart, in den Ferien oder zu besonderen Anlässen?

Wie ihr euer Konzept darüber hinaus begründet und darstellt, ist euch überlassen. Wichtig ist uns zweierlei: Die Ideen müssen realistisch im Haus des Wissens umsetzbar sein, und sie sollen erkennbar nur mit der Bochumer Wissenschaft funktionieren. Eure Ergebnisse fließen in unsere Überlegungen für das Programm im Haus des Wissens ein.

Challenge-Geberin: Lisa König, Geschäftsführerin UniverCity Bochum e.V.

Challenge 2:
Xperiment – Welche Innovationen eignen sich für kommunale Praxistests?

Hintergrund: Mit Xperiment baut die Bochum Wirtschaftsentwicklung ein kommunales Proof-of-Concept-Programm für nachhaltige Innovationen auf. Ein kommunales Proof-of-Concept-Programm (PoC-Programm) ermöglicht es Unternehmen und Start-ups, neue Produkte, Technologien oder Dienstleistungen unter realen Bedingungen in einer Stadt zu erproben.

Die Kommune übernimmt dabei die Rolle eines Erprobungspartners. Sie stellt beispielsweise öffentliche Flächen, Gebäude, Infrastruktur oder Kontakte zu städtischen Einrichtungen bereit und unterstützt bei Genehmigungen und organisatorischen Fragen.

Ziel ist es, herauszufinden, ob eine innovative Lösung nicht nur technisch funktioniert, sondern auch im städtischen Alltag praktikabel ist und einen konkreten Nutzen bietet.

Hierfür sollen nachhaltige Innovationen mit Themenschwerpunkten wie beispielsweise erneuerbare Energien, nachhaltige Mobilität, Bauen und Wohnen oder Kreislaufwirtschaft unter realen Bedingungen erprobt werden.

Ein Beispiel: Ein Start-up entwickelt eine innovative Fahrradabstellanlage. Im Rahmen eines kommunalen PoC-Programms könnte diese an einem öffentlichen Platz in Bochum aufgestellt und über mehrere Wochen getestet werden. Dabei ließe sich untersuchen, ob die Anlage funktioniert, von Bürger:innen angenommen wird und welche Anpassungen notwendig sind.

Fragestellung: Innovationen müssen häufig unter realen Bedingungen getestet werden, um sie weiterzuentwickeln, ins Gespräch mit Kund:innen zu kommen oder Finanzierung zu erhalten.

Innovationen müssen häufig unter realen Bedingungen getestet werden, um sie weiterzuentwickeln, ins Gespräch mit Kund:innen zu kommen oder Finanzierung zu erhalten.

Doch nicht jede Innovation eignet sich gleichermaßen für einen kommunalen Praxistest. Manche Lösungen sind auf technischer Ebene noch zu frühphasig/noch nicht ausgereift genug andere organisatorisch schwer umsetzbar, rechtlich komplex oder im Stadtraum kaum sinnvoll erprobbar.

Zusätzlich scheitert die praktische Erprobung neuer Lösungen leider häufig an Bürokratie, rechtlichen Unsicherheiten, fehlenden Testmöglichkeiten, unklaren Zuständigkeiten und nicht abgestimmten Verfahren.

Ziel des Projekts ist es demnach, die Lücke zwischen der Entwicklung neuer Lösungen und ihrer praktischen Anwendung in der Stadt zu schließen

Damit ein Projekt wie Xperiment umsetzbar und wirksam ist müssen viele Aspekte beachtet werden. Die richtigen Anforderungen an Aufbau und Ablauf des Programms sind hier genauso essenziell wie eine geeignete Entscheidungsgrundlage, um gut einschätzen zu können , welche Arten von Innovationen sich für diese Art kommunaler Proof-of-Concepts-Projekte eignen

Wie kann die Stadt erkennen, welche nachhaltigen Innovationen reif für einen Praxistest im Rahmen des Programms Xperiment sind?

Sollte es Kriterien geben? Anhand welcher Kriterien kann man „Reife“ einer Innovation definieren? Sollte es überhaupt Kriterien geben?

Wie müsste das Programm aufgebaut sein, um solche Tests in Bochum bestmöglich umzusetzen?

Aufgabe: Entwickelt einen konkreten Vorschlag dafür, 

  • welche Arten von Innovationen sich besonders gut für kommunale Praxistests eignen, 
  • nach welchen Kriterien solche Vorhaben ausgewählt werden sollten, 
  • welche Unterschiede sich zwischen verschiedenen Themenfeldern oder Innovationsarten ergeben, 
  • und wie ein Projekt/Projekte ähnlich wie Xperiment aufgebaut sein müsste/n, um passende Testvorhaben gut auszuwählen, vorzubereiten und zu begleiten. 

Erwartetes Ergebnis: Das Ergebnis soll zeigen, wie aus der Auswahl geeigneter Innovationsarten ein praktikables Programmkonzept für Bochum entsteht. Denkbar sind zum Beispiel eine Typologie geeigneter Innovationen, ein Kriterienraster, ein Auswahlmodell, ein Prozessvorschlag oder eine Kombination daraus.

Challenge-Geber: Thomas Vogelgesang, Start-up-Beratung, Bochum Wirtschaftsentwicklung

© Bochum Wirtschaftsentwicklung, Donna und der Blitz GmbH

Challenge 3: Digitale Innenstadt – Was verraten uns die Passantenströme?

© IAT. Kerstin Meyer

Hintergrund: Wie wird die Bochumer Innenstadt genutzt, wann ist sie besonders belebt und welche Faktoren beeinflussen ihre Attraktivität? Im Rahmen des Smart-City-Projekts „Digitale Innenstadt“ werden an mehreren Standorten Passantenfrequenzen erfasst. Die Daten bieten die Möglichkeit, Nutzungsmuster zu erkennen, Entwicklungen zu vergleichen und neue Erkenntnisse für die zukünftige Gestaltung der Innenstadt zu gewinnen.

Fragestellung: Wie können wir mithilfe von Passantenfrequenzdaten und weiteren Informationen die Nutzung und Attraktivität der Bochumer Innenstadt besser verstehen und daraus innovative Ansätze für ihre Weiterentwicklung ableiten?

Aufgabe: Die Studierenden können eigene Untersuchungsschwerpunkte setzen und beispielsweise folgende Fragestellungen bearbeiten:
  • Wie können die gewonnenen Erkenntnisse genutzt werden, um die Innenstadt als Einkaufs-, Erlebnis- und Aufenthaltsort weiterzuentwickeln?
  • Wie unterscheiden sich Passantenfrequenzen nach Tageszeit, Wochentag, Jahreszeit oder Standort?
  • Wie schneidet die Bochumer Innenstadt im Vergleich zu anderen Städten, beispielsweise Dortmund oder Essen, ab?
  • Welchen Einfluss haben Veranstaltungen, Wetter, Einzelhandelsangebote oder andere Faktoren auf die Besucherfrequenz?
  • Welche Zusammenhänge bestehen zwischen Passantenfrequenz, Aufenthaltsqualität und der Attraktivität öffentlicher Räume?

Erwartetes Ergebnis: Eine datenbasierte Analyse mit einer verständlichen Visualisierung der Ergebnisse sowie konkreten Ideen oder Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung der Bochumer Innenstadt. Denkbar wären beispielsweise ein Dashboard, ein Städtevergleich, die Identifikation besonderer Nutzungsmuster oder ein innovatives Konzept zur Steigerung der Aufenthaltsqualität. Studierende können aber auch eigene Fragestellungen entwickeln und unterschiedliche methodische Ansätze verfolgen.

Challenge-Geberin: Daniel Merkler, Smart City Innovation Unit

Location

Dieses Jahr sind wir im Blue Square im Bochumer Zentrum zu Gast!

Blue Square / RUB Centre for City Futures (CCF) / ©CCF

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